Arbeit im Mittelalter

Die Arbeit im Mittelalter war im Gegensatz zu den heutigen Arbeiten auf eine bestimmte Region und auf eine relativ kleine Kundschaft beschränkt. Heute verarbeiten multinationale Unternehmen Ressourcen aus aller Welt für Kunden in aller Welt. Im Mittelalter wurden meist regionale Produkte für die örtliche Nachfrage und maximal noch für den Handel hergestellt. Dieser erfolgte dann meist gegen Waren, die importiert werden mussten, weil sie im eigenen Gebiet nicht vorkamen. Im Verlauf des Mittelalters zählten dazu auch Gewürze und exotische Stoffe, die über den Seeweg besorgt wurden. Durch das Aufkommen von Bier in Mittel- und von Wein aus Trauben in Südeuropa gehörte auch Honigwein zu den Gütern, die – wenn eine Nachfrage bestand – mancherorts durch Handel erworben werden musste.
Neben der räumlichen Eingrenzung gibt es auch weitere Unterschiede zur heutigen Welt der Arbeit. So bildeten zum Beispiel Dienstleistungen einen kleineren Wirtschaftszweig und Bauern sowie Handwerker bildeten unter den bürgerlichen Arbeitern den Hauptanteil. Die Bauern mussten dabei die hauptsächlichen Nahrungsmittel beziehungsweise deren Rohstoffe für die Stadt, das Dorf und / oder das Umland zur Verfügung stellen. Die Handwerker stellten die dafür notwendigen Geräte her sowie auch Waffen für die Verteidigung und für Kriege. Im frühen Mittelalter wurde die schwere und handwerkliche Arbeit von den Menschen als Bestrafung Gottes angesehen.
Erst im Zenit der Epoche wurden Bibelstellen neu ausgelegt und so mussten auch die höheren geistlichen Schichten, die sich bisher lediglich dem Gebet und anderer theologischer Tätigkeiten widmeten, körperlich arbeiten. Dies führte neben dem erhöhten Stellenwert der Arbeit auch zu einer steigenden wirtschaftlichen Kraft der meisten Städte und Ortschaften. Überregionale Händler reisten umher und boten ihre Ware feil, Speditionen wurden gegründet und die Kaufmannsgilde entstand.
Nicht zuletzt der Buchdruck förderte im ausgehenden Mittelalter neue Berufe zutage. Mit der fortschreitenden Spezialisierung und der Herausbildung von einzelnen Unterberufen und der Aufteilung von Arbeitsschritten war der wirtschaftliche Übergang zur Neuzeit angebrochen.

Der Beruf des Imkers, der den Honig für leckeren Met bereitstellt, war schon weit vor dem Mittelalter bekannt. Im Frühmittelalter, im Jahre 510, wurden sogar Gesetze erlassen, die Honig- oder Bienendieben Strafe androhten. Um das Jahr 800 befahl Kaiser Karl der Große, Imkereien in seinen Landen zu gründen. Er förderte nebenher auch die Produktion von Honigwein. Durch das Aufkommen von Bier und Traubenwein geriet der Met allerdings über die Jahre und Jahrhunderte in Vergessenheit und wurde in die skandinavischen Länder verdrängt. Im 14. Jahrhundert entstand die erste Imkerzunft, deren Berufsstand damals noch Zeidler hieß.Diese war hoch angesehen und hatte bis 1779 eine eigene Gerichtsbarkeit.