Alltag im Mittelalter

Der Alltag im Mittelalter lässt sich ebenso wenig verallgemeinern, wie das Leben zur heutigen Zeit. Verschiedene gesellschaftliche und berufliche Stände beeinflussten das tägliche Treiben der Menschen zu dieser Zeit. Die größten Unterschiede zur heutigen Zeit sind das Fehlen von automatischer Technik und Elektrizität. Ebenfalls war das Leben weniger stressig und hektisch, dafür aber anstrengender und das tägliche Überleben musste immer von neuem gesichert werden. Die einfachen Bauern und Handwerker lebten von dem, was sie schufen und dafür eintauschen konnten. Ihre Behausungen waren die schlichtesten. Auch wenn alle Stände auf diesen untersten Stand bauten und die Hauptnahrungsmittel und wichtigste Gegenstände sowie Kleider von ihnen stammten, waren sie – neben den Bettlern und Landstreichern – die ärmsten Menschen.
Auf dem Dorf waren die Bauern und einfachen Handwerker meist Lehnherren untergeordnet und mussten diesen einen gewissen Teil ihrer Ernte, des Fleisches ihrer Tiere oder der hergestellten Güter
übereignen. In der Stadt war dies ähnlich. Die Bauern arbeiteten für sich, für den Markt und für die höheren Stände. Dies waren die Ritter, die Kaufmänner, die Geistlichen und der Adel. Die Ritter waren dabei aber am wenigsten von den Bauern abhängig, da sie oft selbst Land bewirtschafteten.
Jedoch hatten sie aufgrund ihrer kriegerischen Hauptaufgabe einen höheren Stand und ein besseres Einkommen. Kaufmänner und Geistliche hatten das nächstbessere Leben. Die Händler – ob nun in einer Stadt ansässig oder fahrend – erwirtschafteten durch den An- und Verkauf von teils exotischen Waren ein recht ansehnliches Vermögen. Damit konnten sie sich gute Behausungen, jede Menge Met und  andere Kostbarkeiten leisten. Beten und Arbeiten waren die Aufgaben der Geistlichen. Mönche und Nonnen arbeiteten in ganz verschiedenen Berufen, die hauptsächlich der Versorgung ihrer Klöster dienten. Zudem oblag es ihnen, Bier und Wein – darunter manchmal auch Honigwein – herzustellen. Im Durchschnitt hatten sie jeden Tag eine Stunde Pause, was im Mittelalter als sehr großes Privileg galt. Außerdem wurde ihre Arbeit mehrmals am Tag von Gebeten unterbrochen.
Das Leben auf der Burg, am Hofe der Adligen, war zwar auch von Arbeit geprägt, jedoch war diese sehr gut durchorganisiert. Auch waren die einzelnen Einsatzgebiete spezialisiert. Es gab Köche für die Küche sowie Schmiede für Waffen, Ornamente und Alltagswerkzeug. Es gab Jäger, die für das beste Fleisch am Hofe sorgten, und verschiedene Handwerker, wie Tischler, Schneider und Bäcker. Diese mussten nicht unbedingt in der Burg untergebracht sein, sondern konnten auch in der Stadt wohnen und wirken. Die besten Flaschen des teuren Mets aus den Klöstern der Umgebung gelangten natürlich auch als Abgaben auf die Burgen. Die Stadt- und Landesherren hatten die meiste Freizeit und konnten ausgedehnten Mahlzeiten mit jeder Menge Honigwein frönen.