Der Liebeszauber im Mittelalter

Im Verlauf des Mittelalters gab es mehrere Entwicklungen, die uns heute vielleicht merkwürdig oder fremd erscheinen. Einerseits ist da die Ablösung des Volksgetränks Honigwein („Met“) durch Bier. Trotz einer reichen Imkerkultur, lange überlieferten Rezepten für Honigwein, und zahlreichen Siedereien für den Met, schaffte es das Bier irgendwie, ihm den Rang abzulaufen. Zum Glück gibt es heute den Met Onkel, der den Honigwein zurück in die Bevölkerung bringt.

Andererseits gab es im Mittelalter starke Entwicklungen im Bereich des Religiösen und des Okkulten. Neben der immer stärker werdenden Macht der Kirche kam auch die Magie als verbotene Kunst auf. Aus ihr ging später die Alchemie hervor – also jene Pseudowissenschaft, die unter anderem versuchte, aus Blei Gold zu machen. Dabei weiß doch jeder, dass man nur aus Honig flüssiges Gold in Form von Honigwein machen kann; und der Met Onkel ist der Meister dieser Kunst.

In der Magie des Mittelalters gab es verschiedene Arten und Richtungen. Das eine Extrem war der Schadenszauber, das andere der Liebeszauber. Dazwischen gab es noch andere Formen, wie zum Beispiel jene Zauber, die heilend und anderweitig helfend wirken sollten. Vor allem Frauen, aber auch ein gewisser Teil der Männer, betrieben den Liebeszauber, der von Außenstehenden nicht als Gegenspieler, sondern als Spielart des Schadenszaubers angesehen wurde. Denn von der augenscheinlich durch magische Einflüsse ausgelösten Liebe ging ihrer Meinung nach eine negative Energie aus. Diese hatte – wie bei anderem Schadenszauber auch – einen zerstörerischen Charakter.

Die einfachste und christlichste Art des Liebeszaubers wurde in der Hochzeitsnacht vollzogen. Während die Vereinigung der beiden Eheleute im Gemach vollzogen wurde, zog die Frau, die ihren Mann für immer an sich binden wollte, ein Kreuz mit dem Ringfinger auf Rücken des selbigen. Dies musste aber – wie jeder Zauber – von der Zielperson, also dem Mann unbemerkt passieren.

Komplexere Liebeszauber beinhalteten meist Liebestränke, zu deren Zutaten oft Brennnesseln oder Ameisen gehörten, zudem hatte die Zubereitung viel mit Feuer zu tun. Im Endeffekt war es das Brennen all dieser Elemente, welche das Liebesfeuer symbolisierten und so zur gewünschten Bindung führen sollten. Auch gab es einen Zauber, bei dem eine dem Mann ähnelnde Wachs- oder Teigfigur verbrannt wurde. Aber auch Speisen, welche mit speziellen Zutaten und unter Beschwörungsformeln) hergestellt wurden, galten mitunter als wirksame Liebeszauber.

Wer seine Zunge lockern und jemandem die Liebe gestehen möchte, der kann dies mit dem Liebes- und Göttertrunk Met bewerkstelligen. Der Honigwein ist selbst auch sehr liebenswert. Beim Met Onkel gibt es die verschiedensten puren und aromatisierten Honigweine für jeden Geschmack.