Elben und Zwerge in der nordisch-germanischen Mythologie

Menschen und Götter sind sich in der Mythologie von der Gestalt her gesehen sehr ähnlich. Von den Mächten her sind sie aber grundverschieden. Wohingegen die Götter eine große Macht (im Christentum: die Allmacht eines Gottes) haben, da ist der Mensch auf Muskelkraft und Denkvermögen im Rahmen begrenzter Möglichkeiten angewiesen. Keine Zauberkraft, kein magisches Element hilft dem Menschen – außer wenn sich die Götter ihm erbarmen. Zwischen dieser großen und der nicht vorhandenen Macht bzw. der Abhängigkeit gibt es aber auch noch Wesen in den Sagen, die dazwischen stehen. Elben und Zwerge beispielsweise sind bei weitem nicht so mächtig wie Götter, aber sicher nicht so machtlos wie Menschen.

Dabei werden diese Mittelwesen in ihrer Gestalt oft verschieden beschrieben. Es gibt Sagen, da handelt es sich um Geister, die alle Dinge bewohnen – von der Erde, über den Wasserfall bis zum Lufthauch; vom kleinen Spross bis zum höchsten Baum; vom kleinen Kiesel bis zum höchsten Berg. In dieser Form geben sie das Lebendige der Natur wieder. In anderer, in wesenhafter Form allerdings kommen sie auch vor. Heute ist der Begriff „Wicht“ eher negativ oder zumindest spöttisch belastet, sowie zuweilen auch der Begriff „Zwerg“. Wobei es keine Anzeichen auf eine geringe Größe der Zwerge in der Mythologie gibt. Vielmehr werden Zwerge zuweilen mit Dunkelelben gleichgestellt.

Denn auch bei den Elben gibt es verschiedene, augenscheinlich ähnliche Klassen. So wie es Riesen, Menschen und Götter gibt, die im Aussehen und Wesen einige Züge teilen, so gibt es auch verschiedene, aber gleichartige Elben. Die Lichtelben sollen so zum Beispiel schöner und heller sein als die Sonne. Und die Dunkelelben werden als noch schwärzer denn Pech beschrieben. Das lässt aber nicht auf ihren Charakter schließen. Die Dunkelelben stehen oft unter dem Dienst der Götter, für die sie Zaubergerät und Waffen anfertigen. Sie unterstützen sie damit im Kampf gegen die Riesen.

Die Lichtelben wirken in der Natur, der sie Leben einhauchen. Sie brauen das Wetter und sorgen für das allgemeine Pflanzenwachstum. Aber auch unter der Erde walten sie und sorgen für metallenes Gestein, welches ihre Brüder, die Dunkelelben, verarbeiten können. Mit dem Dienst in der Natur helfen sie auch dem Met Onkel und allen, die gern Honigwein kaufen. Denn ohne Blüten, an denen Bienen naschen können, gäbe es keinen Honigwein, den der Met Onkel anbieten könnte. So danken wir nicht nur Odin und Thor, sondern auch den Elben für ihre Dienste in der Natur.