Weitere Betrachtungen zu Odin – Teil III

In den letzten Betrachtungen haben wir Odin bereits als Gott der Weisheit und des Kampfes kennengelernt. In weiteren Texten haben wir uns auch schon seinen Wegen zur Erlangung von noch mehr Wissen gewidmet. Wir lernten seine göttlichen und auch seine tierischen Begleiter kennen. Nun wollen wir uns aber einem weiteren Wesenszug Odins zuwenden. Denn neben der Weisheit, Dichtung und Philosophie sowie dem Kampfe, so ist er auch ein Gott der Luft und des Windes sowie des Wassers. Bei Bauern und Schifffahrern wird Odin damit – genauso wie bei Kriegern und Weisen – als heilspendende Gottheit angesehen und verehrt.

Seine vielen Aufgaben, die unzähligen Bereiche der Natur und des Lebens, die ihm zugeschrieben werden, haben Odin auch viele Namen eingebracht. Und auch er selbst, so geben es die Göttersagen wieder, strebte nach verschiedenen Namen – nicht zuletzt, da er unerkannt unter den verschiedensten Völkern wandeln wollte. So kam es, dass Odin zuweilen bis zu 200 verschiedene Namen trug. Allein in der Edda, der altisländischen Lieder- und Gedichte-Sammlung, finden sich 75 Namen für den Vater der Asen. Ein Name, den er bekam und trug, war „Hnikar“. Diesen Namen bekam er von den Seeleuten, die ihn als Wassergott verehrten. Eine Rolle, die aus seinem Luft-Wesen hervorging. Aus dem Segeltreiber wurde der Schutzherr über Besatzung und Fracht.

Durch die Fracht wurde er zudem der Gott der Kaufleute. Und immer so weiter. Letztendlich kann man ihn auch als Gott des Honigweines, des Mets ansehen. Kommt man auf das Germanische und die Götter zu sprechen, so enden die Gespräche nicht selten beim Met. Vielleicht haben sie auch bei einem Gläschen oder einer Flasche Honigwein angefangen. Das kann gerne sein; und beim Met Onkel ist für solche Gespräche auch immer Nachschub vorhanden. Dafür danken wir Odin, dem fast allumfassenden Gott, der auch unsere Abfüllanlagen beschützt.

Und auch wer sich gerade etwas wünscht (eine Flasche Met kaufen etwa) sollte Odin gedenken. Vom Gott des Wunsch-Windes der Seefahrer wurde er nämlich auch der Wunsch-Gott „Oski“. Vor allem die Südgermanen pflegten es, Wünsche zu personifizieren. So war das Wünschen an sich vielmehr eine Art Gebet, eine Anrufung eines höheren Geistes, der das Erhoffte und Erbetene möglich machen sollte. Wie gesagt: Odin hatte viele Aufgaben und wurde damit zu einem hochangesehen und heute neben Thor zum bekanntesten Gott der Germanen – oder wie man auch gern sagt: der Wikinger. Und wo wir gerade dabei sind. Auch zu Thor gibt es weitere Betrachtungen.